Dienstag, 28. März 2017

[ #kommunalpolitik ] Rechte und Pflichten der Gemeindevertreter

Mehr als 40.000 Menschen in ganz Österreich arbeiten in ihrer Freizeit in den Gemeindevertretungen mit. 

Diese Form des zivilgesellschaftlichen und politischen Engagements ist ein Fundament, auf dem unsere Demokratie steht. Die Gemeinde als bürgernahe Selbstverwaltungskörperschaft könnte ein Modell für weit größere politische Einrichtungen sein.

Rechte und Pflichten der Gemeindevertreter. In der unten als Download vorliegenden Publikation des Österreichischen Gemeindebundes schreibt Michael Eckschlager – er ist selbst auch Gemeindevertreter in einer Salzburger Kommune – über die wichtigsten Rechte und Pflichten eines Gemeindevertreters. Natürlich gibt es da in den Bundesländern den einen oder anderen Unterschied. Im Großen und Ganzen ähneln sich die Aufgaben aber natürlich stark. Für Vorarlberg dürfte liefert das Vorarlberger Gemeindegesetz entsprechende konkrete Auskünfte. Leider hat man in einem Anfall von Pseudoföderalismus verschiedene Gremien in Vorarlberg verschieden benannt, sodass im Österreichvergleich schnell Verwirrung entstehen kann. Diese Publikation gibt nicht nur über Rechte und Pflichten Auskunft, sondern auch über rechtliche Verantwortlichkeiten.
Was wenig bekannt ist: Auch Gemeindevertreter/innen sind für ihr Handeln und ihre Entscheidungen haftbar.
Pseudoföderalismus. In Vorarlberg heißt der "Gemeinderat" Gemeindevertretung. Ein Kärntner Gemeinderat ist damit kein Mitglied des Gemeindevorstandes sondern wie in Vorarlberg ein einfacher Gemeindevertreter. Die Mitglieder des Gemeindevorstandes führen in Vorarlberg die Bezeichnung „Gemeinderat“, in Städten die Bezeichnung „Stadtrat“. Auch sonst schlägt politische Einfachheit in den Vorarlberger Gesetzen durch: Es kennt nicht österreichische Staatsbürger sondern macht aus ihnen eine Fiktion, nämlich "Vorarlberger Landesbürger" und Unionsbürger (EU) erklären Vorarlbergs Gesetze zu "auslädischen Unionsbürgern".

 [ #forumROMANum 


[SozialesLeid⇔SozialesLied] "Which Side Are You On"

Florence Reece und Pete Seeger
singen während des
Solidarity Day in Washington D.C., 1981
Der Text ist auch mit wenig Englisch-Kenntnissen schnell verstanden. Der Sinn auch: Der Kampf der Kohlearbeiter 1931 für ihre Rechte in Kentucky. Auf welcher Seite stehst du? Das ist die Frage die Florence Reese, die Frau eines gewerkschaftlich organisierten Kohlearbeiters "dichtete".


Florence Reece. Das Dichten war aber nicht das Hobby dieser Frau und die Erzählung über die Entstehung des Liedes ist die: Florence Reece war die Gattin des Bergarbeitergewerkschafters Sam Reece in Kentucky (Harlan Count). Während eines Bergarbeiterstreiks kam es zu Gewaltausbrüchen und Exzessen durch die von den Unternehmern finanzierten Mörderbanden ("Gun-Thugs"). Von solchen wurde ihr Haus auf der Suche nach ihrem Mann Sam Reece heimgesucht. Dieser war  - rechtzeitig gewarnt - geflohen. Stattdessen terrorisierten der von der Minengesellschaft gekaufte Sheriff mit den Gun-Thugs Frau und Kinder. Als sie endlich abgezogen waren, schrieb Florence Reese den Text auf einen Wandkalender, wie er damals in jeder Küche hing.


Kirchenlied. Die Melodie stammt  - wie fast immer bei Arbeiterliedern - von anderswoher, meistens nämlich eine Melodie die man bereits im Ohr hatte. Es war ein von Baptisten gerne gesungenes Lied "Lay the Lily Low" . Später wurde wohl mehr geforscht und man wollte entdeckt haben, dass die Baptistenhymne lediglich den Refrain der englischen Ballade "Jack Munro" verwendete. Für die rasche Verbreitung war aber wohl nicht dieser britische Song verantwortlich sondern wohl der Umstand, dass die Kohlenarbeiter die Melodie aus ihren Gottesdiensten kannten.



Union-Song. Dazu kommt der leicht merkbare und einfache Text, der es ermöglichte, dass der Text auch rasch von anderen gewerkschaftlichen Gruppen und in Arbeitskämpfen adaptiert werden konnte. Der Text ist auch mit wenig Englisch-Kenntnissen schnell verstanden. Der Sinn auch: Der Kampf der Kohlearbeiter 1931 für ihre Rechte in Kentucky. Auf welcher Seite stehst du? Und er hat auch heute noch Sinn, denn das Leben hängt mit vielen Faktoren zusammen, von denen die Frage, auf welcher Seite der Straße man lebt, eine wichtige und prägende bleibt.


Which Side Are You On 
by Florence Reese, 1931

Come all of you good workers 
Good news to you I'll tell
Of how that good old union
Has come in here to dwell

(Chorus) 
Which side are you on?
Which side are you on?
Which side are you on?
Which side are you on?

My daddy was a miner 
And I'm a miner's son
And I'll stick with the union
Till every battle's won

They say in Harlan County 
There are no neutrals there
You'll either be a union man
Or a thug for J.H. Blair

Oh, workers can you stand it? 
Oh, tell me how you can
Will you be a lousy scab
Or will you be a man?

Don't scab for the bosses 
Don't listen to their lies
Us poor folks haven't got a chance
Unless we organize






[ #forumROMANum ] ⇒

[ #bildung ] Öffnet endlich die Bücher!

Es gibt keine Partei, welche nicht von der Bildungsmisere spricht. 

Für Vorarlberg ist die Misere ja besonders evident und bilden wir bei den schon nachweislich schlechten internationalen Studienergebnissen für Österreich auch dort mit Abstand den letzten Waggon mit der roten Laterne.

Die Gründe sind so vielfältig wie die Programme und ideologischen Streitpunkte. Und immer wird die Kritik nach Wien, an ein Ministerium, an die Regierung oder Gesetzgeber und Parteien gerichtet. Dabei sind so viele Probleme einfach hausgemacht und könnten wir hier im Lande regeln.

Öffnet endlich die Bücher. Warum, so frage ich, werden die vom Steuerzahler finanzierten Vorträge und Vorlesungen der beiden Vorarlberger Mini-Hochschulen (Fachhochschule, Pädagogische Hochschule, Schloss Hofen) nicht in Form von OpenAcces-Dokumenten online gestellt? Warum werden die Vorbereitungen, Arbeitspapiere der Schulen, von den Pflichtschulen bis zu den höheren Schulen nicht im Internet für Kinder, Eltern und lebenslang Lernwillige online gestellt?

Die zukünftigen Schulen werden Schulen ohne Mauern sein, so quasi virtuell. Und den Bürgern dieses von ihnen bereits bezahlte Lernmaterial auch zur Verfügung zu stellen wäre weit mehr als nur eine vornehme Pflicht, es wäre ein Standortvorteil Vorarlbergs und ein Modell, das nicht wirklich etwas kostet. Und es wäre zukunftsorientiert.

Commons. Gemeingüter, Allmendegüter ermöglichen es allen gesellschaftlichen Schichten, vom Nutzen eines Gutes zu profitieren. So kommt ihnen vor allem eine soziale Funktion zu: Die kostenlose Bereitstellung des Gutes Wissen zielt darauf ab, auch sozial schwächeren Schichten den Zugang zu ermöglichen.

Stattdessen wird weiter über eine "Verbesserung" der Bildung nur gelabert. Das Einfache und das Naheliegende will man nicht tun, auch wenn es demokratisch und partizipativ wäre. Oder vielleicht gerade darum? Es scheint hier derselbe vordemokratische Bremsklotz zu wirken, der auch "Open Government Data" (OGD) in Vorarlberg blockiert.

Neues zur Bildungsdiskussion habe ich während des Vorarlberger Landtagswahlkampfes kaum gehört. Außer: Schuld sind immer die anderen, in Vorarlberg natürlich immer die Wiener.

Aber das ist wieder eine andere Geschichte.


Commons + OER + OpenGovernmentData + Open Access + Public Domain. 

Commons sind Gemeingüter die für alle potenziellen Nachfrager frei zugänglich sind. Gemeingüter können vom Staat oder von privaten Anbietern (z. B. Wikipedia) bereitgestellt werden. Öffentliche Güter und Allmendegüter sind Gemeingüter mit der Eigenschaft der Nicht-Ausschließbarkeit.

Als Open Educational Resources (englisch, kurz OER) werden freie Lern- und Lehrmaterialien in Anlehnung an den englischen Begriff für Freie Inhalte (open content) bezeichnet. OER ist eng mit der Open Access-Bewegung verwandt.

Diese will wissenschaftliche Texte kostenfrei und öffentlich im Internet zugänglich gemacht werden. Open Access ermöglicht den freien Zugriff auf wissenschaftliche Publikationen und andere digitale Inhalte wie Forschungsdaten über das Internet.

Open Government Data ist das angelsächsische Synonym für offene Verwaltungsdaten, die im Interesse der Allgemeinheit ohne jede Einschränkung im Sinne eines Open Government frei zugänglich gemacht werden.

Der Begriff Public Domain  steht im angelsächsischen Common Law für „frei von Urheberrechten“. Staatliche Entwicklungen sind nach der guten amerikanischen Tradition und Verfassung Public Domain ("Gemeinfrei"). So beispielsweise auch das CIA World Fact Book.

[ #forumROMANum ] ⇒

Sonntag, 26. März 2017

[ #medien ] Jugend-Internet-Monitor 2017: Welche Sozialen Netzwerke nutzen Österreichs Jugendliche?

Der Jugend-Internet-Monitor ist eine Initiative von Saferinternet.at und präsentiert aktuelle Daten zur Social-Media-Nutzung von Österreichs Jugendlichen. 

Welche Sozialen Netzwerke stehen bei jungen Nutzer/innen in Österreich gerade hoch im Kurs? Welche Netzwerke werden am liebsten von Mädchen genutzt? Welche haben bei Burschen die Nase vorne?

Jugend-Internet-Monitor 2017. Die 6 beliebtesten Sozialen Netzwerke 2017:
  • WhatsApp (93%) (-1% | 2016: 94%),
  • YouTube (90%) (+3% | 2016: 87%),
  • Instagram (68%) (+13% | 2016: 55%),
  • Snapchat (65%) (+13% | 2016: 52%),
  • Facebook (48%) (-21% | 2016: 69%),
  • Musical.ly (26%) (NEU | 2016: keine Daten).
Was sind die größten Veränderungen zum Vorjahr? Im Vergleich zum letzten Jahr gibt es die auffallendste Veränderung bei Facebook (-21%). War das soziale Netzwerk 2016 noch auf Platz 3, ist es nun auf den fünften Platz gerutscht. Auch eigene Erfahrungen aus Saferinternet.at-Workshops zeigen, dass Facebook meistens nur mehr als Nachrichtenkanal beziehungsweise für Spiele und nicht mehr als Soziales Netzwerk genutzt wird.

Ebenfalls an Bedeutung verloren hat Twitter (-11%). Instagram (+13%) und Snapchat (+13%) haben dafür stark zugelegt (Platz drei und vier): Bilder und Videos sind für viele Jugendliche die wichtigsten Medien geworden, um sich untereinander auszutauschen und um mit ihrer digitalen Umwelt zu kommunizieren.

Mehr erfährt man auf der Seite des Jugend-Internet-Monitors 2017 für Österreich bei saferinternet.at (Link siehe unten).

 [ #forumROMANum ]

Samstag, 25. März 2017

[ #engagement ] Freiwilligen-Engagement professionell gestalten: Die Ehrennadel hat ausgedient

Engagierte und aktive Freiwillige gewinnen und beteiligen

Die Broschüre "Freiwilligen-Engagement professionell gestalten" zur gleichnamigen Fachtagung der Akademie Management und Politik der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigt auf, wie sich gemeinnützige Organisationen mit Hilfe eines professionellen Freiwilligen-Managements erfolgreich auf die veränderten Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement einstellen und so Freiwillige für eine erfolgreiche Zusammenarbeit in der Organisation gewinnen können.
Vorarlberger-Bloghaus-Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!
 [ #forumROMANum ]

[ #kinderschutz ] Kinderarbeit

Schwabenkinder, Einschiffung in Bregenz. Die Gartenlaube, 1895 via Wikimedia

Weltweit müssen laut Internationaler Arbeitsorganisation (ILO) rund 215 Millionen Kinder arbeiten, vor allem in den ländlichen Regionen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas. 

Etwa 115 Millionen davon sind erheblichen Risiken ausgesetzt. Mit der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen und mehreren ILO-Übereinkommen sind zwar wichtige Schritte gegen die "schlimmsten Formen" von Kinderarbeit unternommen worden, doch mangelt es vielerorts an deren Durchsetzung.

Vorarlberger-Bloghaus-Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!
 [ #forumROMANum ]

Mittwoch, 22. März 2017

[ #frieden ] Kreative Friedensbotschaften gesucht!

In der Offenen Jugendarbeit Lustenau haben sich mehrere junge Menschen vor einiger Zeit Gedanken gemacht, wie sie einen Beitrag zum Thema „Frieden in Europa“ leisten können. Nach einigen Sitzungen war ihnen klar, dass sie nur durch div. Aktivitäten ein Zeichen setzen können.

Mit einem Kurzfilm zum Thema „EXPLOSION OF PEACE“ beindruckten sie zahlreiche junge Menschen. Weiters organisierten sie einen Flashmob in Bregenz zum Thema „Frieden in Europa“, zu dem sie im Vorfeld T-Shirts gestalteten, mit denen sie für ein friedliches Miteinander der unterschiedlichen Kulturkreise zum Ausdruck brachten, und der von über hundert AktivistInnen besucht wurde.

Darüber hinaus besuchten sie diverse Veranstaltungen, wo sie mit ihrer Idee zum Thema Frieden bei div. Infoständen mit Plakat und Flyern die BesucherInnen sensibilisierten.

Der Höhepunkt dieses Jugendprojekts ist jetzt die Erschaffung einer großen „Friedenstaube“ aus Pappmachè, in der die Friedensbotschaften eingeworfen werden können. Diese wird dann PolitikerInnen als wertvoller und wichtiger Beitrag von jungen Menschen zur Vision „Frieden in Europa“ übergeben werden.

Friedensbotschaften gesucht!

Die Aktionsgruppe der Offenen Jugendarbeit Lustenau ruft zu kreativen Friedensbotschaften auf! Du hast nun die Möglichkeit, mit einer Postkarte, einem Aufsatz, einer Fotocollage, einem Plakat einen wertvollen Beitrag zum Thema „Frieden in Europa zu leisten“. Schick deine Idee bis 10.04.2017 an office@cfy.at, schick sie mit der Post an: Offene Jugendarbeit Lustenau, Amann-Fitz-Str. 6, 6890 Lustenau, oder bring sie in einem unserer Jugendtreffs persönlich vorbei.






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