Freitag, 25. Mai 2018

[ #commons ] Commons - Neue Perspektiven in der Armutsbekämpfung


Im Mittelpunkt steht hierbei, gemeinsam Ressourcen zu nutzen und zu pflegen, Regeln auszuhandeln, sich die Welt anzueignen, ohne sie in Besitz zu nehmen.

Aufbauend auf den Arbeiten der Wirtschaftsnobelpreisträgerin Elinor Ostrom untersuchen die Autor_innen die Bedeutung der gemeinschaftlichen Organisation von Gemein- und Allmendegütern für gerechtere Gesellschaften, bessere Verteilung und mehr Teilhabe.

Armutsbekämpfung durch Aneignung: „Claim the market! Claim the state!“ Staat wie Markt sollen rückerobert werden. Die Beteiligten organisieren Ressourcen so, dass Ausschlussmechanismen vermieden und die Regeln für die Benutzung miteinander ausverhandelt werden. Die einen engagieren sich, eine neue demokratische Bank zu gründen, die sich an den alten Genossenschaftsbanken orientiert. Andere organisieren sich in Versammlungen, um an der Budgeterstellung in der Gemeinde mitzuwirken. Wieder andere gründen Selbstorganisationen, um ihre Anliegen direkt zu vertreten, erobern öffentlichen Raum zurück und besetzen oder bauen Häuser zur Schaffung alternativen Wohnraums.

Armutsbekämpfung durch Zusammenarbeit und Kooperation. Gebrauchen, Zusammenarbeiten, Teilen und Beitragen sind vier zentrale Prinzipien von Commons. Diese Prinzipien eröffnen auch in der Armutsbekämpfung neue Perspektiven. In diesem Buch werden sowohl die umkämpften Ressourcen und Güter – öffentlicher Raum, Finanzsektor, soziale Dienste, Ernährung – als auch Möglichkeiten und Grenzen der partizipativen Organisation bzw. demokratischer Aushandlungsprozesse beleuchtet.
  • Was braucht es, damit Commons Armut und Ungleichheit wirksam verringern und sozialer Ausgrenzung entgegenwirken? 
  • Wie können Finanzdienstleistungen neu organisiert werden? 
  • Wem gehören soziale Organisationen? 
  • Wie funktionieren Medien auf Commons-Basis? 
  • Wie können demokratische Prozesse verbessert werden?

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Das steht in dem kostenlosen eBook:
Inhalt
Editorial 7
Kapitel I – Was allen gehört
Brigitte Kratzwald: Zukunftsfähiges Wirtschaften jenseits von Markt und Staat 15
Silke Helfrich: Commoning als Strategie der Armutsvermeidung 27
Verena Fabris: Let’s make a Commons World.
Abschlussdiskussion der 9. Armutskonferenz 61
Alban Knecht: Daseinsvorsorge als gemeinschaftliche Aufgabe
Alice B. M. Vadrot, Ronald J. Pohoryles: Ein Blick hinter die Green Economy.
Commons und Nachhaltigkeit 73
Kapitel II – Geld
Karin Küblböck: Das Finanzsystem als öffentliches Gut 93
Martin Schürz: Marginalien zu guten Vermögenden und bösen Reichen 103
Projekte (Peter A. Krobath): Das Ein-Topf-Prinzip 116
 Rasenmähen vs. Haareschneiden 118
Kapitel III – Öffentlicher Raum
Alexander Hamedinger: Das Recht auf die Stadt.
Öffentliche Räume und Mitbestimmung 123
Ferdinand Koller: Unerwünscht. Bettelnde Menschen im öffentlichen Raum 135
Projekte (Peter A. Krobath): Zirkulierende Bücher 146
 Häuser und Boden „freikaufen“ 148
Kapitel IV – Demokratie
Verena Fabris, Martin Schenk: Du bist nicht allein. Commons aus der Sicht
von Menschen mit Armutserfahrungen 153
Michael Wrentschur, Michaela Moser: „Beheben wir den Fehler im System!“
Partizipative Theaterarbeit und mehr 165
Gerd Valchars: Gemeingut Demokratie? 1836
Markus Spitzer, Michaela Moser: Soziokratie. Ein Organisationsmodell für Commoners 195
Philipp Sonderegger: Fünf Kniffe für Schwarm-Campaigner_innen 207
Projekte (Peter A. Krobath): Mehr als ein Unterschlupf 218
 Keimzellen der Basisdemokratie 220
 Sichtbar Werden! 222
 Netzwerk-Allmenden 224
 Es gibt viele Alternativen! 226
Kapitel V – Sozialwirtschaft
Judith Pühringer, Philipp Hammer: Sozialwirtschaft als Alternativwirtschaft?
Soziale Unternehmen, Commons und Solidarische Ökonomie 231
Nikolaus Dimmel, Katharina Meichenitsch: Social Entrepreneurs.
Profit in der Sozialwirtschaft 239
Projekte (Peter A. Krobath): Kost nix! Gratis! Geschenkt! 256
 Die Zweirad-Bewegung 258
 Offene Werkstätten, auch am Land 260
Kapitel VI – Gesundheit und Ernährung
Ulrike Papouschek: Gesundheit als öffentliches Gut 265
Irmi Salzer: Gutes Essen für alle! Keine Ernährungssouveränität ohne Commons 279
Projekte (Peter A. Krobath): Die Arche fährt nicht allein 288
 Neue Schatzkarten 290
 Wir geben euch Geld, damit ihr gut produzieren könnt 292
Autor_innen-Verzeichnis 295

Donnerstag, 24. Mai 2018

[ #mehr-demokratie ] Die Zukunft gemeinsam gestalten: Handbuch Öffentlichkeitsbeteiligung


Im Handbuch, das vom BMLFUW und der ÖGUT in Zusammenarbeit mit dem Büro Arbter und dem Österreichischen Ökologie Institut sowie mit inhaltlicher Unterstützung der Strategiegruppe Partizipation erstellt wurde, findet man Hinweise zum Gelingen von Öffentlichkeitsbeteiligung, zu notwendigen Rahmenbedingungen, zu erwartenden Kosten und erfolgreichen Praxisbeispielen.

Die Beteiligung von interessierten BürgerInnen und Interessensgruppen am politischen Entscheidungsprozess ist ein wesentliches Kennzeichen einer modernen Verwaltung und eine wichtige Voraussetzung einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Entwicklung

Durch eine verstärkte Beteiligung der Öffentlichkeit wird die Chance erhöht, ausgewogene und konsensuale Lösungen zu entwickelnÖffentlichkeitsbeteiligung kann die Qualität von Entscheidungen und deren Akzeptanz verbessern, weil das Wissen vieler Betroffener und Interessierter einfließt und das Vertrauen in demokratische Entscheidungsfindung und damit letztlich in die Politik gestärkt werden

Wie jedoch kann die Beteiligung der Öffentlichkeit gelingen? Welche Rahmenbedingungen sind erforderlich? Welche Kosten sind damit verbunden und welche Anwendungsbeispiele gibt es in Österreich?

Eine Antwort darauf gibt das Handbuch Öffentlichkeitsbeteiligung. Es erläutert, was Öffentlichkeitsbeteiligung ist und wie sie gelingt:

  • Eine Vielzahl von Beispielen aus der Praxis zeigt, wie durch die Beteiligung von BürgerInnen sowie weiterer AkteurInnengruppen konstruktive und vor allem tragfähige Lösungen gefunden werden können
  • Ein Überblick über Beteiligungsmethoden, Checklisten zu den wichtigsten Schritten im Ablauf von Beteiligungsprozessen, Hinweise zu Finanzierung und Öffentlichkeitsarbeit sowie Literatur- und Internet-Tipps stellen darüber hinaus wichtige Hilfen bei der praktischen Durchführung von Beteiligungsprozessen dar.

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Inhalt
Sich beteiligen heißt die Zukunft mitgestalten 5
Öffentlichkeitsbeteiligung – was ist das? 6
Wie Öffentlichkeitsbeteiligung beginnt 14
Wie Öffentlichkeitsbeteiligung gelingt 18
Praxisbeispiele aus Österreich 22
• Skaterpark Am Schöpfwerk,Wien 23
• Mediationsverfahren Natura 2000 Verwall im Montafon 24
• Leitbildentwicklung für die Flusslandschaft der Möll26
• Lebenswert Wohnen – Schwerpunkt im Rahmen des Grazer EU-LIFE Projektes G.O.A.L 28
• Planungszelle Obere Neutorgasse, Graz 30
• Jugenddeklaration zur Nachhaltigen Entwicklung der Bodenseeregion 32
• Lokaler Aktionsplan für Beschäftigung und Bildung (LABB) Munderfing 34
• Regionalcluster Hartberg – Entwicklung eines regionalen Wirtschaftsraumes 36
• „Nachhaltige Verwaltung“ Bezirkshauptmannschaft Kirchdorf/Krems 38
• Gemeinden mobil – Nachhaltige Mobilität – Mikronetzwerk Rheintal 40
• Lokale Agenda 21 Alsergrund – Verkehrsberuhigung im Grätzel Himmelpfortgrund,Wien42
• Offener Planungsprozess für die 2.Tunnelröhre der A10 Tauernautobahn 43
• Strategische Umweltprüfung (SUP) zum Wiener Abfallwirtschaftsplan  44
• Verschiedene Herkunft – Gemeinsame Zukunft – „Integrationsleitbild der Stadt Krems“ 46
Öffentlichkeitsbeteiligung – auch eine Zukunftsaufgabe 47
Praxismaterial 50
• Nutzen der Öffentlichkeitsbeteiligung – Argumente für verschiedene AkteurInnengruppen  50
• Initiierung von Beteiligungsprozessen – Checkliste 53
• Vorbereitung von Beteiligungsprozessen – Checkliste54
• Durchführung von Beteiligungsprozessen – Checkliste 55
• Öffentlichkeitsarbeit in Beteiligungsprozessen – Checkliste  56
• Finanzierung von Beteiligungsprozessen –
Übersicht über regionale, nationale und EU-Förderungen 57
Methoden 58
Glossar 62
Literatur, Internet-Adressen 63
AutorInnenverzeichnis, Dank 64

Donnerstag, 17. Mai 2018

[ #wirtschaft ] Kritik der grünen Ökonomie - Impulse für eine sozial und ökologisch gerechte Zukunft


Seit der ersten UN-Konferenz zu Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio haben sich alle wichtigen ökologischen Trends verschlechtert. Politik und Wirtschaft lassen sich bis heute bei ihren Entscheidungen kaum durch Klimawandel, Biodiversitätsverlust oder Ressourcenknappheit beeinflussen. 

Die Idee des ungehinderten Wachstums als Weg aus der Armut sowie der Wirtschafts- und Finanzkrise bleibt weitgehend unangefochten und findet aktuell ihren Ausdruck in einer grünen Ökonomie. Doch nicht alles, was „grün“ und effizient ist, ist auch ökologisch tragfähig und sozial gerecht. Dieser Essay skizziert eine Politik des Weniger, einen Wohlstand mit Maß, damit die Ressourcen und die Atmosphäre für alle Menschen auf der Erde reichen und ein Leben in Würde und ohne Not möglich machen.

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Vorwort  7
Brasilien – ein Schwellenland zwischen Reichtum und Raubbau  9
Der Untergang des Neoliberalismus und die prekäre Konsolidierung  9
Das lateinamerikanische Wunder  10
Ressourcenboom – die Basis des Erfolgs  11
Immer wieder Amazonien  12
Von Rio nach Rio  15
Steckengebliebene Vereinbarungen  15
Veränderte Interessen- und Machtkonstellationen  16
Verfehlter Entwicklungsglaube  17
Flucht aus der Verantwortung  18
Der ökologische Preis der Globalisierung  19
Der Traum von der Trendumkehr  21
Grüne Ökonomie – das neue Versprechen?  22
Grüne Ökonomie laut UNEP  23
Monetarisierung der Natur – Ausweg aus der Ökosystemkrise?  24
Grünes Wachstum laut OECD  26
Bioökonomie – der Aufstieg der Bio-Master  28
Technologie und Effizienz als Allheilmittel  30
Ein weißer Fleck: die Menschenrechte  33
Konturen einer maßvollen Wirtschaft  35
Ökonomie des Genug  36
Social commons als Wirtschaftsfaktor  38
Wohlstand in Vielfalt  42
Literatur  47

Donnerstag, 26. April 2018

[ #soziale-sicherheit ] Betteln in Österreich

Bettlerin-Skulptur, Santo Spirito Hospital, Rom
Die aktuelle beschämende Vorarlberger Bekämpfung eines angeblichen  "Bettlerunwesens" soll hier mit zwei Materialien versachlicht und von Mythen befreit werden. 

Die ausschließlich ordnungspolitisch motivierten Maßnahmen Vorarlbergs stehen Haltungen engagierter Bürger und der Zivilgesellschaft gegenüber, die humanitäre Gesichtspunkte hervorheben und mit menschenrechtlichen Erwägungen argumentieren, welche die Lebens- und Bedarfslagen dieser Notreisenden ernst zu nehmen.

Betteln in Österreich. Zuerst einmal die  Diplomarbeit von Ferdinand Koller (Betteln in Österreich. Eine Untersuchung aus theologisch-ethischer Perspektive) zur Erstrebung des Magisters der Theologie (Mag. theol.) an der Universität Wien aus dem Jahre 2009. Sie stellt die Frage nach dem Umgang mit bettelnden Menschen in Österreich und legt ihren Schwerpunkt dabei auf behördliche Maßnahmen und die Unterstützung bettelnder Menschen durch karitative Organisationen.

Aus der Sicht einer theologischen Ethik wird dieses Vorgehen beurteilt und mögliche Wege eines christlich verantwortbaren Umgangs mit bettelnden Menschen werden aufgezeigt. Dabei soll es weniger darum gehen, konkrete Handlungsanweisungen zu geben, sondern darum, Grundhaltungen aufzuzeigen, mit denen der Herausforderung, die bettelnde Menschen an die Gesellschaft stellen, begegnet werden soll.

Notreisende und BettelMigrantInnen. Die zweite Arbeit ist eine über Notreisende und BettelMigrantInnen in Salzburg aus dem Jahre 2013. Sie raumt mit ihrer Wissenschaftlichkeit und der damit notwendigen Sachlichkeit mit einer Reihe von Mythen auf. Die Arbeit unterscheidet bereits einleitend zwischen Wanderarmen einerseits und Notreisenden andererseits deutlich. Während Wanderarme aus den süd-östlichen EU-Ländern bereits seit Jahren (z.T. seit dem Fall des Eisernen Vorhangs) in Europa unterwegs und ihre Rückkehroptionen in die Herkunftsregionen sehr eingeschränkt bis nicht mehr vorhanden sind, versuchen Notreisende, im Rahmen kurzfristiger aber wiederholter Aufenthalte in Städten der westlichen EU-Staaten durch Betteln oder Gelegenheitsarbeiten finanzielle Mittel für das Überleben in den Herkunftsregionen zu lukrieren. Die Arbeit kann auch für die Bettelsituation in Vorarlberg geeignetes Material liefern.

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Inhaltsverzeichnis: Betteln in Österreich
1. Einleitung  1
1.1. Stand der Forschung  1
1.2. Fragestellung  2
1.3. Vorgehensweise 2
1.4. Was wird unter „Betteln“ verstanden?  5
1.4.1. Definition 5
1.4.2. Formen des Bettelns  5
2. Kurze Sozialgeschichte des Bettelns 7
2.1. Der Bettler als Heilsbringer – christliche Antike und Mittelalter  7
2.1.1. Die Almosenlehre des Thomas von Aquin 8
2.2. Bettler im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit  10
2.3. Bettler im 17. und 18. Jahrhundert  13
2.4. Bettler im 20. Jahrhundert  16
2.5. Zusammenfassung  19
3. Wie geht unsere Gesellschaft mit bettelnden Menschen um? - Die aktuelle Situation in
Österreich  21
3.1. Bettelnde Menschen in Österreich. 21
3.2. Bettelnde Menschen im öffentlichen Diskurs  23
3.2.1. Politikum „Bettler“: Die Positionen der Parteien zum Thema Betteln  23
3.2.2. Bettelnde Menschen in den Medien  26
3.2.3. Die „Bettlerdurchsage“ der Wiener Linien  26
3.2.4. Kirchliche Stellungnahmen  27
3.3. Reaktionen seitens der Behörden – Gesetzliche Regelungen 28
3.3.1. Allgemeine Bettelverbote 29
3.3.2. Spezifische Bettelverbote  31
3.3.3. Kommentar zu den einzelnen Tatbeständen 33
3.3.3.1. Der Tatbestand „Betteln“ in allgemeinen Bettelverboten  33
3.3.3.2. Aufdringliches und aggressives Betteln 34
3.3.3.3. Betteln als Beteiligter einer organisierten Gruppe . 39
3.3.3.4. Betteln mit Kindern bzw. Ausschicken von Kindern zum Betteln. 41
3.3.3.5. Geldstrafen für Bettler?. 43
3.3.4. Sonstige Maßnahmen zur Einschränkung des Bettelns 43
3.3.4.1. Fremdengesetz 43
3.3.4.2. Tatbestand „unbegründetes Stehenbleiben“ - § 78 StVO als Mittel zur
Kontrolle des öffentlichen Raumes 44
3.3.4.3. § 81 Sicherheitspolizeigesetz 44
3.3.4.4. Bettelverbote in öffentlichen Verkehrsmitteln 45
3.3.5. Argumente und Beweggründe für die Einführung von Bettelverboten  45
3.3.5.1. Belästigung/Irritation der Bevölkerung  45
3.3.5.2. In Österreich hat es niemand nötig, betteln zu gehen 45
3.3.5.3. Bettelverbote als Schutzmaßnahme vor „Bettelkriminalität“ und
Ausbeutung 46
3.3.5.4. Bettelnde Menschen stören das Stadtbild und die Wirtschaft 46
3.3.5.5. Fremdenfeindlichkeit/Antiziganismus 49
3.4. Die Projekte der Vinzenzgemeinschaft Graz-Eggenberg 49
3.4.1. VinziNest – Notschlafstelle für Obdachlose aus dem Ausland 50
3.4.2. VinziPasta in Hostice  50
3.5. Zusammenfassung 50
4. Betteln aus Sicht einer theologischen Ethik54
4.1. Betteln als Grundrecht der Person 54
4.1.1. Die Freiheit der Person in Artikel 8 der Europäischen
Menschenrechtskonvention 54
4.1.2. Das Recht auf freie Gestaltung der Lebensführung – Betteln als (letzte)
Möglichkeit zum Erwerb des Lebensunterhalts 55
4.2. Zum Helfen verpflichtet?  57
4.2.1. Anthropologische Vorbemerkung  57
4.2.2. Exkurs: Das Verbot der Gleichgültigkeit gegen fremde Not bei Kant  57
4.3. Spenden an bettelnde Menschen? – Zur Funktion des Almosens in der
Gegenwart  59
4.3.1. Die kirchliche Lehrmeinung zum Almosen  59
4.3.2. Das Almosen als berechtigte Form der Hilfeleistung? 60
4.4. Solidaritätspflicht gegenüber bettelnden Menschen . 63
4.4.1. Zum Begriff Solidarität  63
4.4.1.1. Empirisch-deskriptive und normativ-evaluative Solidarität . 64
4.4.1.2. Verdienstlich oder verpflichtend?  64
4.4.1.3. Der Bezug auf das Gemeinwohl und die soziale Gerechtigkeit 65
4.4.1.4. Auf Gerechtigkeit bezogene Solidarität und Nächstenliebe  66
4.4.1.5. Die (vorrangige) Option für die Armen 67
4.4.1.6. Pro-Solidarität und Con-Solidarität 67
4.4.1.7. Universalität und Parteilichkeit  68
4.4.1.8. Zusammenfassung: Konkretisierung des Solidaritätsbegriffs 69
4.4.2. Kriterien für solidarisches Handeln 69
4.4.3. Solidarisches Handeln mit/für bettelnde(n) Menschen  71
4.5. Option für die Armen? Die Kirche(n) im Einsatz für bettelnde Menschen 74
5. Fazit 76
Abkürzungsverzeichnis  78
Quellen  79
Literatur. 83
Anhang  89

Inhaltsverzeichnis: Notreisende und BettelMigrantInnen in Salzburg

Gliederung
Vorwort 6
Themenstellung, Ausgangslage und verwendete Begriffe 6
Aktueller Diskurs über Armuts-Wandernde/Notreisende in den Zielländern von
Armuts-Wanderungen und temporären Notreisen 8
Wie schaut es in anderen Bundesländern & Landeshauptstädten aus? 9
Rahmenbedingungen, Auftragslage und methodische Eckdaten dieser Erhebung 11

1. Teil Kernergebnisse der Erhebungen des Ausmaßes der Notreisen / BettelMigration / temporärer Arbeitsmigration in Salzburg 13
 Salzburg: eine Destination für Notreisen und Wanderarmut 13
 Quantität und Profil der Notreisenden / Wanderarmen in Salzburg 14
 Geografischer und sozio-ökonomischer Hintergrund der Notreisenden 19
 Verwandtschaftliche oder nachbarschaftliche Organisationsmuster 24
 Nötige Maßnahmen in der Herkunftsregion 25
 Was macht Salzburg für Notreisen aus dem Südosten so attraktiv? 26
 Verkehrsmittel der Wahl: Pkw oder Bahn 29
 Die Kosten der Anreise 30
 Die Aufnahme in Salzburg 32
 Vom Überleben in Salzburg 33
 Mitziehende Minderjährige auf Notreise 36
 Leistungsansprüche auf Soziale Dienste / Hilfe der Notreisenden 37
Exkurs Formelle und informelle (Winter-)Infrastruktur für Notreisende 38
 Kurzvorstellung der formellen und informellen Angebote 40
 Eingeschränkte Ressourcen bestimmen das Angebot fürNotreisende 46
 Kenntnis vorhandener Angebote und Nutzung von Sozialeinrichtungen 48

2. Teil Soziale Aspekte der Notreisen 52
 Erfahrungshintergrund in Bezug auf Notreisen 55
 Zwischen Betteln und (Gelegenheits- oder Schwarz)Arbeit 58
 Gelegenheitsarbeiten / Verkauf von Zeitungen / Arbeitsstrich 60
 Betteln 62
 Und was verdient eine BettlerIn? 63
 Zugang zum Arbeitsmarkt 65
 Sonderfall: Straßenmusik 66
 Mangelnde bis fehlende schulische und berufliche Bildung 68
 Mangelhafte bis fehlende Sprachkenntnisse 72
 Fehlende berufliche Qualifikation / Praxis 74
 Die Hoffnung stirbt zuletzt 76
 Perspektive Arbeitsmigration und dauerhafte Ansiedlung in Salzburg 78
 Gesundheitliche Belastungen und fehlende medizinische Versorgung 81
 Frauenspezifische Aspekte 83
 Rückkehrwunsch und/oder realistische Rückkehroption 85

3. Teil Schlussfolgerungen und Maßnahmenempfehlungen 89
 Mythen und Vorurteile 92
 Die Wirklichkeit hinter Mythen und kolportierten Unterstellungen 93
 Mythos „Sozialtourismus“ 94
 Perspektiven von Notreisen, Bettel-Migration und/oder Wanderarmut 96
 Perspektiven für eine politische Lösung der Notreise-Problematik 100
 Was tun? Schlussfolgerungen und Maßnahmenempfehlungen 103

Anhang 1 Tabellarischer Überblick über die Kernergebnisse 105
Anhang 2 Interviewleitfaden der zweiten Interviewschleife 111
Anhang 3 Literatur und Materialien 118

Montag, 23. April 2018

[ #medien ] Heute Show - Quatsch oder Aufklärung?


Witz und Politik in heute show und Co. 

Satire boomt im Fernsehen. Die heute show hat inzwischen mehr Zuschauer als das heute journal. Die Anstalt mit mehr Wucht als manches Politik-Magazin. „Erdogan-Song“ von extra 3 findet weltweit Beachtung. Politische Themen und starke Personalisierung vorherrschend. Wird durch Klamauk auch politisches Interesse geweckt und Aufklärung betrieben?

Bringt Oliver Welkes „heute show“ junge Menschen dazu, sich für Politik zu interessieren? Oder fördert sie die Politikverdrossenheit, weil Politik und Politiker allgemein als lächerlich und doof dargestellt werden?

Das OBS-Arbeitsheft 88 analysiert die Satiresendungen „heute show“, „Die Anstalt“ und „extra 3“, die in den letzten Jahren ungemein an Popularität gewonnen haben. Der Autor Bernd Gäbler, Dozent für Journalistik, ehemaliger Leiter des Grimme-Instituts in Marl und bereits mehrfacher Autor medienkritischer Studien der Otto Brenner Stiftung, geht der Frage nach, ob Satiresendungen im Fernsehen hauptsächlich Quatsch zu bieten haben oder auch aufklärerisch wirken (können).

Die Studie zeigt unter anderem: Neben vielen Kalauern zeichnet „antiautoritäres Lachen“ und Respektlosigkeit in alle Richtungen die Satire-Sendungen aus. Quatsch ist dann aufklärerisch, wenn er zeigt, wie verrückt die politische Wirklichkeit ist. Wer sich über Politik lustig macht, so das Fazit der Studie, sage damit keineswegs, dass diese nicht wichtig sei. Darüber hinaus stellt die Studie aber auch erheblich Unterschiede zwischen den einzelnen Sendungen fest. Während die „heute show“ breite Zuschauergruppen erreicht, macht „Die Anstalt“ politische Satire eher für “Eingeweihte“.

OBS - Otto Brenner Stiftung. Die Otto Brenner Stiftung (OBS) ist die Wissenschaftsstiftung der IG Metall mit Sitz in Frankfurt am Main. Ihre Gründung datiert auf das Jahr 1972, dem Todesjahr des damaligen 1. Vorsitzenden der IG Metall, Otto Brenner. Stiftungszwecke sind gemäß Satzung:
  • Probleme der nationalen und internationalen Gewerkschaftsarbeit,
  • der Gedanke der Völkerverständigung,
  • das Ziel der sozialen Gerechtigkeit,
  • die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen einschließlich des Umweltschutzes,
  • die Angleichung der Arbeits- und Lebensbedingungen in Ost- und Westdeutschland sowie
  • die Entwicklung demokratischer Arbeitsbeziehungen in Ost- und Westeuropa.
  • Arbeits- und Sozialrecht

 [ #forumROMANum ] ⇒

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Inhalt
1 Lachen im Fernsehen 5
Info-Kasten: Rainer Stollmann über Lachen und Kitzeln 11
2 Die heute show 12
2.1 Grundlagen 12
2.2 Oliver Welke 15
2.3 Die Machart 17
2.4 Zuschauer – TV und Neue Medien 19
2.5 Highlights, Erinnerungen, Rezeption 21
Info-Kasten: Über das Lachen – Gedanken großer Geister 26
3 Die heute show in der ersten Jahreshälfte 2016 – eine Analyse en gros und en detail. 29
3.1 Themen 29
3.2 Politiker 36
3.3 „Kacheln“ und Einspieler 38
3.4 Ensemble und Sketche 42
3.5 Kalauer, Witzkonstruktion und Pointen 46
4 Die Anstalt 50
4.1 Entstehung, Konzept und Zuschauer 50
4.2 Die Sendungen in der ersten Jahreshälfte 2016 53
4.3 Die Anstalt und heute show im Vergleich 57
5 extra 3 60
5.1 Tradition, Konzept, Moderation und Zuschauer 60
5.2 Der Hype um „Erdowie, Erdowo, Erdogan“ 65
5.3 extra 3 und heute show im Vergleich 67
Info-Kasten: Humor, Spott, Ironie, Zynismus und Pointe – Definitionen 7
6 Quatsch oder Aufklärung? Journalismus und Satire – Blick in die Zukunft 73
6.1 Was ist der Witz an der Satire? 73
6.2 Was denn nun – Quatsch oder Aufklärung? 75
6.3 Satire und Journalismus 78
6.4 Ein Ausblick – in die USA 81
6.5 Abschließende Wertung 83
7 Resümee: Zehn Thesen 84
Anhang
Literaturverzeichnis 88
Medienverzeichnis 92
Tabellen 94
Interviews 102
Hugo Müller-Vogg, Publizist
Claudius Seidl, FAZ
Hans Zippert, Die Welt
Hinweise zum Autor 106
Medienpolitische Tagung der OBS (15. November 2016) 107



Freitag, 20. April 2018

[ #EU ] Lobbying in Brüssel - die Macht der WirtschaftslobbyistInnen in der EU-Politik


Seit dem Bestehen der Europäischen Union dominiert das Lobbying von WirtschaftsvertreterInnen die EU-Politik in Brüssel. 

Politische Entscheidungen sollten sich dadurch auszeichnen, dass dabei unterschiedliche Interessen gleichermaßen berücksichtigt werden. Gerade auf Ebene der Europäischen Union ist jedoch festzustellen, dass vor allem Großkonzerne und die Finanzindustrie den Ton angeben. Das zeigt sich sowohl in der Anzahl von LobbyistInnen, die Wirtschaftsinteressen in Brüssel vertreten, als auch darin, dass es vor allem Angehörige von Unternehmen und deren Verbänden sind, die in die Gesetzgebungsarbeit als ExpertInnen einbezogen werden.
Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!
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[ #zeitpolitik ] Wer hat an der Uhr gedreht: Schlaftrunkene Politik?


Am 8. Februar 2018 forderte das Europaparlament die Europäische Kommission mit 384:153 Stimmen dazu auf, eine „gründliche Bewertung der Richtlinie über die Regelung der Sommerzeit vorzunehmen und gegebenenfalls einen Vorschlag zu ihrer Überarbeitung vorzulegen“.
Die Sommerzeit ist eine Erfindung des Krieges. Zu Kriegszeiten herrscht wenig Demokratie und Mitbestimmung, daher konnte man sie dort prächtig einführen, galt es doch damit den Feind zu besiegen.

Mit der Zeitumstellung "Sommerzeit" wird in die Persönlichkeitsrechte der Menschen besonders intensiv eingegriffen. Das Versprechen von einer Stunde mehr Helligkeit lässt sich allerdings nicht halten. Die Sonne scheint mit oder ohne Sommerzeit immer gleich lang. Nur die Biergärten haben länger offen. Das mag für manchen gemütlichen Abend schön sein, aber für die Nachbarn oft eine zusätzliche Belastung.

Energie. Einsparungen an Energie hat die Sommerzeit keine gebracht. Wie auch? Die Nachteile sind evident. Ohne Arbeitnehmer und Interessenvertreter zu fragen, wird ihre Arbeitszeit einmal im Jahr vorverlegt und einmal wieder zurückgelegt. Dank der EU endet jetzt die Sommerzeit überhaupt erst Ende Oktober. Ein gutes Beispiel für Willkür: Man erklärt Frühjahr und Herbst zum Sommer. Warum nicht gleich auch den Winter? Dann würde man sich wenigstens die Umstellung ersparen.

Bürokratieuhr. Wird jemand geboren oder stirbt jemand am Ende der Sommerzeit, dann hat die Bürokratie eigene Zeitmessungen. Das Zeitzählungsgesetz bestimmt: Bei Beendigung der Sommerzeit ist die letzte Stunde doppelt zu zählen. Die erste Stunde ist mit dem Zusatz A, die zweite mit dem Zusatz B zu zählen.


Mitternachtsschule. In Österreich beginnen die Schulen oft schon vor acht Uhr. Da heisst es für Mütter und Kinder früh aufstehen. Wenn die Schüler nicht am Schulort wohnen, dann kann das nach Normalzeit (MEZ, in Österreich seit 1893) schon mal fünf Uhr früh sein, wenn sie pünktlich sein wollen. Die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) entspricht der mittleren Sonnenzeit auf dem Längengrad 15° Ost. Dort liegt in Österreich etwa Gmünd im Waldviertel. In Gmünd war heute 26. Oktober 2014 der Sonnenaufgang um 6:38, in Dornbirn um 6:56. Schon nach der Normalzeit (Winterzeit, MEZ) stehen wir Vorarlberger um eine halbe Stunde früher auf als es der inneren Uhr entspräche.

Den schiefen österreichischen Pisaturm stützt das nicht, denn es wäre an sich schon sinnvoll, die Schule später beginnen zu lassen. Nach der Leistungskurve wäre eigentlich halbneun (MEZ) gut, neun Uhr sogar noch besser. Ab dem Alter von etwa 12 Jahren wird es für Kinder und Jugendliche ohneides immer schwerer früh aufzustehen und zur Schule zu gehen.

Schulkinder leiden darunter. Denn wenn um acht Uhr morgens die Schule beginnt, sind sie so leistungsfähig wie um Mitternacht. Studien belegen, dass ein Großteil der Schüler unter chronischem Schlafmangel leidet. Mit früherem Zubettgehen ist dieses Problem nicht lösbar, denn auch bei Kindern lässt sich die innere Uhr nicht ohne weiteres umstellen.
Es wäre sinnvoll, die Schule später beginnen zu lassen. Da die Leistungskurve relativ rasch ansteigt, wäre halbneun gut, neun Uhr aber noch besser. Kleinere Kinder können am frühen Morgen schon herumtoben und verkraften einen früheren Schulbeginn besser. Doch mit im Alter von etwa 12 Jahren stellt sich das um. Für die Kinder und Jugendlichen wird es dann immer schwerer früh aufzustehen und zur Schule zu gehen. 
Schlaftrunkene Politik. Aber Österreich hat seine Zeitmessung in die Hände der EU gelegt. Ganz widerstandslos, auch ohne Einspruch der Arbeitnehmervertretungen, wiewohl damit auch in die Arbeitsverträge der Arbeitnehmer eingegriffen wird, obwohl es weder natürlicher Tierhaltung in der Landwirtschaft, weder der Gesundheit der Arbeitnehmer und noch weniger der Vernunft entspricht. Dort wo individuell das Bedürnis nach Sommerzeit betrieblich oder privat entsteht, hätte man das dem individuellen oder kollektiven Arbeitsvertragsrecht überlassen können.

Die Schulen, Kinder und Eltern hat man ebenfalls diesem Diktat untergeordnet. Allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz. Wie auch immer - für die Schulen könnte man es ändern. Die Gemeinden sind für die Pflichtschulen Schulerhalter und sie könnten, da etwas ganz autonom ändern. Und könnten auch die Situation in den öffentlichen Verkehrsmitteln verbessern. Manchmal sind die Kinder am Morgen in den Dornbirner Bussen gestapelt wie die Heringe. Manchmal bekommen sie gar keinen Platz, wiewohl sie ja bereits im Voraus bezahlt haben und kommen zu spät zur Schule.

Jodok Fink. Es war nicht immer so. Als die deutsch-österreichische Staatsregierung - mit den Folgen des von den Habsburgern hinterlassenen Desasters kämpfend für 1919 erneut eine Sommerzeit anordnete, beschlossen der Vorarlberg Landesrat (= Landtag) und die schwarzrote Vorarlberger Landesregierung, sie in Vorarlberg nicht einzuführen. "Mit Einführung bei uns gar keine Einsparungen verbunden",telegrafierten sie der Staatskanzlei. Als die Staatsregierung daraufhin ihre Vollzugsanweisung zurück nahm, telegrafierte Vizekanzler Jodok Fink nach Vorarlberg zurück: "Sommerzeit ist umgebracht."  1920 galt in Vorarlberg eine andere Zeit als in Österreich. Nur die Postämter mussten die "Bundeszeit" beachten. Ab 1921 verzichtete dann auch Österreich auf die Sommerzeit.

Wer Natur, Gesundheitspolitk, Bildungspolitik und Arbeitnehmerschutz ernst nimmt, sollte nicht eine Sommerzeit erfinden, sondern sich nach der Uhr der Menschen und der Natur richten.

Aber das ist wohl wieder eine andere Geschichte ...

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